_Die 120 Tage von Sodom_
(Salo)
Italien   1975    111 min    DVD   

Standorte  Regisseure A-Z
  
Genre  Drama   Literatur   Satire
Sprachen  Deutsch   Italienisch   
Untertitel  DVD:   Deutsch   
  
Regie Pier Paolo Pasolini  
Drehbuch Pier Paolo Pasolini   Sergio Citti  
Schauspiel Paolo Bonacelli   Giorgio Cataldi   Umberto Paolo Quintavalle   Sonia Savange  
Kamera Tonino Delli Colli  
Literaturvorlage Marquis de Sade  

Inhalt 

1944, kurz vor dem Ende der Mussolini-Herrschaft, veranstalten vier zynische Großbürger mit gefangenen Jugendlichen perverse Lust- und Folter-Orgien, die in Mord gipfeln. Pasolinis letzter Film ist eine schockierende, nur schwer erträgliche, radikale Vision menschlichen Niedergangs, teils Spiegel des Faschismus, teils pessimistischer Kommentar zur modernen Wohlstandsgesellschaft. Nach einem Roman von Marquis de Sade.

 

 

2 Punkte von ereshkigal:
imdb.com fasst den Inhalt schon schön zusammen: "Four fascist libertines round up 9 teenages boys and girls and subject them to 120 days of physical, mental and sexual torture." - mehr gibts auch nicht zu sehen. Die Handlung ist gleich null. Der Film beschränkt sich einzig und allein darauf, möglichst viele Perversitäten und Sauereien aneinanderzureihen die sich von vier älteren Herren ausgedacht werden. Warum diese Vier dieses ganze Affentheater veranstalten, wird in den knapp zwei Stunden Spielzeit eigentlich auch nicht genau erklärt. Es ist halt einfach so... Hab den Film im Kino gesehen, viele Leute haben den Saal verlassen. Auch ich fand ihn nur schwer zu ertragen.

2 Punkte von raziel:
Wohl einer der kontroversesten und mystischsten Filme die der europäische Filmmarkt zu bieten hat. In der BRD fühlten sich die Konservativen sogar derart stark herausgefordert, dass "Salo" sofort auf den Index verbannt wurde. Schaut man sich den Film nun an ist dies weitestgehend unverständlich. Ohne etwas zu verharmlosen handelt es sich eben einfach um eine durchaus forschende Auseinandersetzung mit dem menschlichen Geist. Es geht um Themen wie Sadismus ( -> stammt begrifflich von "de Sade!") und Paraphilie. Einen groben Fehler begeht der Film jedoch: Pasolini legte die Geschehnisse aus dem Buch in die Zeit des Faschismus, wodurch der Eindruck entsteht, dass jene Bilder Auswüchse des Faschismus seien. Allerdings war literarisch vorgesehen, dass es sich schlicht und einfach um libertinistische Wohlständische handelt. Alles in allem würde ich trotzdem soweit gehen und sagen, dass eigentlich jeder Mensch "Salo" gesehen haben sollte, obwohl er am Ende vor allem eins bleibt: Tierisch langwierig.